Sprengung ZOB-Tunnel in Bottrop |
Explosion ohne Spektakel
Enttäuscht sind allenfalls die Zuschauer. Sie haben sich ein größeres Spektakel erhofft. "Damit kann ich nicht dienen", sagt Sprengmeister Walter Werner ohne Bedauern. Mit der ersten Sprengung für den Abriss des Fußgängertunnels unter dem alten ZOB sind er und alle weiteren Beteiligten sehr zufrieden. Lediglich ein dumpfer Knall dröhnt durch die Innenstadt nachdem Sprengmeister Hermann Havekort den Countdown runtergezählt hatte und den roten Knopf am Zünder drückt. Die Erschütterung ist in den Nachbarhäusern kaum zu spüren. Ein Seismograf schlug weniger als vier Millimeter aus. "Dabei wären selbst acht Millimeter kein Problem", erklärte Walter Werner. Bereits in den Tagen zuvor wurde die Sprengung vorbereitet. Der Tunnel wurde mit Sand und Gummimatten abgedeckt, um die Explosionsenergie abzufangen. Um die Beeinträchtigungen für die Nachbarn möglichst gering zu halten, wird der Tunnel durch Sprengungen abgerissen. Die Erschütterungen fallen auf diese Weise deutlich geringer aus, als bei einem Abriss mit hydraulischen Meißeln. Durch die Sprengungen wird die 80 bis 110 Zentimeter dicke Stahlbetondecke aufgebrochen. Den Rest der Abrissarbeiten besorgen Betonbeißzangen, die sich in Richtung Berliner Platz durch die Tunneldecke fressen werden. Der ersten Sprengung werden weitere folgen. Der Abriss erfolgt in mehreren Abschnitten. So wird zunächst der Tunnel unter der Horster Straße abgerissen und die Straße wieder hergestellt, bevor im zweiten Abschnitt der Tunnel unter dem alten ZOB abgerissen wird. Erfolgreich war die erste Sprengung nicht nur über Tage, sondern auch unter der Straße. Nachdem sich der Betonstaub im Tunnel gelegt hat, ist in der Decke ein deutlich klaffendes Loch zu sehen. Baudezernent Bernd Tischler ist zufrieden: "Das ist gute Arbeit." Quelle: Bottrop.de |

