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20. Mai 2012

Abriss Schwimmbad Oberhausen

Keine Arbeit für Godzilla, denn der Abriss ist komplex und dauert drei Wochen. Danach entstehen Häuser, wo 30 Jahre Wasser war.

Kürzlich kam der Film „Godzilla” im Fernsehen. Die japanische Monsterechse hat New York kaputt gemacht. Unabsichtlich, denn das Tier ist nicht böse, sondern nur ein bisschen ungeschickt. Wolkenkratzer eindellen, Metallfassaden einreißen, Mauern zerstäuben. Was man als mutierter Wechselblüter eben so macht, wenn kaum Platz ist, weil alles voller Häuser steht. Im Kleinen, dafür deutlich filigraner, darf man das derzeit am ehemaligen Ostbad bestaunen. Die Godzilla-Rolle spielt Panus Arabatcis.

Der Mitarbeiter des Abrissunternehmens Heinrich Becker GmbH braucht einen Bagger, wo Godzilla ohne auskommt. Ansonsten: Nicht schlecht, wie der Greifarm Betonwände einreißt, Säulen stürzt und 20 Meter lange Blechdachstreifen ordentlich faltet. Nach drei Wochen kommen 2000 Tonnen Schutt zusammen.

Dafür wedelt Godzilla zwar nur einmal müde mit dem Echsenschwanz, doch der räumt ja auch nicht auf.

Die Leute vom Abrissunternehmen schon, denn auf dem Platz des Sportbades von 1976 soll Wohnbebauung entstehen, da darf nichts durcheinander sein. Aus einmal Ostbad werden dann 1700 Quadratmeter Fläche.

Das Bad hat in den mehr als 30 Jahren seiner Nutzung 205 000 Menschen nass gemacht. Die schwammen und planschten in drei Becken, nebenan wurde (und wird weiter) Basketball gespielt. Das Ostbad gab sieben Vereinen Heimat und wurde – als sich das Ende ankündigte – von seinen Nutzern zornig beweint. Heute heißt es offiziell, der Tornado, der das Südbad 2004 schwer beschädigte, sei der Anfang der Neubau-Kette gewesen. Wahr ist, dass die Bäder zu teuer geworden waren und die Stadt einen Schnitt machen wollte. Mittlerweile haben sich Vereine und Schulen mit dem neuen Hallenbad Oberhausen arrangiert. Die Mehrheit, die weitere Strecken zum Bade- und Schwimmvergnügen auf sich nehmen muss, schweigt.

Diamantsäge für Stahlbalken

Das ficht die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH nicht an, denn die muss nach vorne schauen. Das bedeutet, dass die Fläche des Bades mit weiteren 7200 Quadratmetern im Besitz der Stadt drumherum auf den Wohnbaumarkt geworfen werden soll. Gibt es ja Geld für. Die Arbeit des Abrissunternehmens ist interessant. Die Stahlbalken der Schwimmhalle werden mit einer Diamantsäge vom Rest der Halle getrennt. Dazu wird die Haustechnik aufgedröselt, damit die Halle belüftet, geheizt und beleuchtet werden kann. Ist also komplexer, als in guter alter Echsenmanier alles kaputt zu kloppen. Nachteil hierbei: Das kostet 440 000 Euro.

Quelle: derwesten.de

 
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