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8. Februar 2012

Abbruch: Aus Grundschule wird Fachhochschule

Bottrop. Alles muss weg: Am Dienstag begannen die Abbauarbeiten der ehemaligen Albert-Schweitzer- und Agathaschule. Bis Mitte April sollen die Mauern abgerissen sein, um Platz zu schaffen für den Neubau eines Gebäudes der Fachhochschule Ruhr-West.

Uwe Groh hat’s in der Hand: Der Baggerführer sitzt in der Kanzel seines mächtigen Gefährts und setzt mit der Schaufel zur großen Zerstörung an. Mehrere Außenwände und diverse Böden sind seit dem frühen Morgen schon seinem Druck gewichen, und alsbald wird der Bagger auch den ganzen Rest der ehemaligen Albert-Schweitzer- und Agathaschule dem Erdboden gleich gemacht haben.

Ganz so, wie es der Abbruchplan vorsieht. „Und wir liegen gut in der Zeit“, erzählt Michael Pfeiffer, der als Bauleiter für die Firma Heinrich Becker den Abriss überwacht.

Rund zwei Jahre ist es jetzt her, seit die Stadt an dem Gebäude an der Hans-Sachs-Straße, das noch aus den 50er Jahren stammt, gravierende Mängel entdeckt hat, die eine Fortführung des Schulbetriebs unmöglich machten. Heute erinnern nur noch ein paar Basteleien junger Schüler in den Fenstern an den einst florierenden Schulalltag.

Sicherheitsvorkehrungen

Im Januar hat die Firma Becker damit begonnen, das Gebäude aufwändig zu entrümpeln. In der Fachsprache nennt man dies „sanieren“: „Bis auf das Mauerwerk sind wir dabei, alles rauszureißen“, sagt Pfeiffer. Fliesen, Böden und Wandanstriche, die nicht selten mit gefährlichem Asbest und PCB belastet sind, werden von der rund 14 Mann starken Bautruppe fachmännisch entsorgt. Um die Bauarbeiter vor dem Staub zu schützen, müssen sie strenge Sicherheitsvorkehrungen einhalten: In einer engen Schleuse ziehen sie ihre Schutzanzüge an und duschen sich später dort ab. „Die Luft wird mit speziellen Filtern hinaus gesaugt, so dass kein giftiger Staub entweichen kann“, erzählt Pfeiffer.

Der erste Bauabschnitt ist mittlerweile komplett saniert, dort ist der Bagger seit dem gestrigen Dienstag mit dem Abriss beschäftigt. Der zweite Bauabschnitt soll in den kommenden Wochen folgen, so dass am 16. April die Abrissarbeiten beendet sein sollen. Dann ist endlich der Platz frei für den geplanten Neubau eines Gebäudes der Fachhochschule Ruhr-West.

„Ein überschaubarer Abbruch“

Der Frost der letzten Wochen hat die Arbeiten nur wenig gestört: „Einmal ist uns eine Wasserleitung eingefroren, aber das war für uns eigentlich nur kurz ein Problem“, so der Bauleiter. Im Vergleich zu anderen Abrissarbeiten, die die Bottroper Firma in der Vergangenheit gestemmt hat, sei das Gebäude an der Hans-Sachs-Straße eher ein harmloser Fall. „Dies ist ein überschaubarer Abbruch“, meint Pfeiffer. Vor allem mit dem Abriss ausgedienter Relikte der Kohle- und Stahl-Ära hat sich die Firma in den letzten Jahren beschäftigt, und dort hätten schon Abrissarbeiten weitaus größeren Kalibers auf die Bauarbeiter gewartet.

Quelle: derwesten.de

 
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