Arnstadt: Startschuss per Baggerschaufel |
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Mit Millionenaufwand wird in den nächsten Monaten eine der schlimmsten Industriebrachen in Arnstadt beseitigt. Den symbolischen ersten Spatenstich für die aufwändige Sanierung auf dem Gelände des ehemaligen Zerlithwerkes an der Ichtershäuser Straße vollzog gestern Stefan Baldus, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, per Baggerschaufel. Keine leichte Sache, wie er bekannte, auch wenn ihm ein Profi aus der Baubranche zur Seite stand. Eigentümer Heinrich Becker wollte den Einsatz der Technik auch als Symbol für die Kraft und die Dynamik verstanden wissen, die dieses Projekt erfordert. Ein wichtiges Teilstück, nämlich die Finanzierung, ist bereits unter Dach und Fach. Dieser Erfolg wurde gestern im Festzelt schon viel gelobt und gebührend gefeiert. Das Blasorchester "Glück Auf" aus Lehesten im Thüringer Schiefergebirge empfing die Gäste, darunter Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost, Landrat Lutz-Rainer Senglaub und Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer. Der Freistaat stellt der Firma Becker/Daldrup GbR als Eigentümer des 2,4 Hektar großen Gel ändes für die Altlastensanierung 7,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das mittelständische Unternehmen aus dem Ruhrgebiet will weitere 2,5 Millionen Euro in den Standort investieren und 25 Arbeitsplätze schaffen. Im vorderen Bereich an der Ichtershäuser Straße wird sich Einzelhandel ansiedeln. Man sei mit mehreren Unternehmen im Gespräch, hieß es gestern. Zudem wird das Gelände für weitere Investoren und für den Bau einer eigenen Niederlassung erschlossen. Bis es soweit ist, muss der Boden bis zu sieben Meter tief weggebaggert und ausgetauscht bzw. aufbereitet werden - alles in allem 34 000 Kubikmeter. Das Erdreich wurde in den vergangenen Jahrzehnten hochgradig mit Teerschadstoffen kontaminiert. Diese sind bereits so weit eingedrungen, dass das Grundwasser belastet wird, erklärte Stefan Baldus. Möglicherweise müsse später noch eine Grundwassersanierung vorgenommen werden. Dieser Aufwand erklärt auch die hohen Kosten. Ohne eine Sanierung wäre das Grundstück nicht nutzbar, man könnte es ohne diese Hilfe durch den Freistaat auch nicht vermarkten. Erst vor einer knappen Woche hat das Umweltministerium mit der Becker/Daldrup GbR den Finanzierungsvertrag abgeschlossen, der erst durch die Abschaffung einer veralteten Finanzierungsrichtlinie im Zuge der Verwaltungsmodernisierung möglich wurde. Die Kostenersparnis f ür den Freistaat wird mit etwa vier Millionen Euro angegeben. Das Unternehmen aus der Bergarbeiterstadt Bottrop - deshalb auch die musikalische Untermalung mit der Bergmannskapelle - verfügt über Erfahrungen auf dem Gebiet der Sanierung und wird die Arbeiten selbst vornehmen. Fertigstellungstermin ist Ende 2004. Quelle: Thüringer Allgemeine |
